ME'DE:A Leonie Stalder (BE, TI)
Sprache:
Deutsch
Dauer:
12 Minuten
Veranstaltungsort:
Alte Reithalle West
Meˈdeːa gibt der antiken Figur Medea eine eigene Stimme und erzählt ihre Geschichte neu – nicht als reiner Racheakt, sondern als vielschichtiges Porträt einer Frau, welches deren Tat begreifbar macht.
In Euripides‘ Tragödie verrät Medea ihr Heimatland und tötet ihren Bruder aus Liebe zu Jason. Als Jason sie seinerseits betrügt, um eine andere Frau zu heiraten, ermordet sie aus Rache ihre eigenen Kinder.
In neueren Darstellungen wird Medeas Charakter jedoch komplexer, und ihre Taten werden nicht mehr als reine Racheakte dargestellt.
Meˈdeːa ist ein Versuch, Medea eine Stimme zu geben und ihr die Möglichkeit zu geben, ihre eigene Geschichte zu erzählen – wie sie dazu kam, ein solches Verbrechen zu begehen. Nicht, um die Tat zu rechtfertigen, aber vielleicht, um sie verständlicher zu machen.
Nach der Vorstellung findet «nachgefragt»* statt.
Spiel & Konzept: Leonie Stalder
Mitspieler: Benjamin Koch
Musik: «Kindness (Dream)» von Jerskin Fendrix und «Somnium» von Mario Batkovic
Über Leonie Stalder
Leonie wurde 1994 in Bern geboren. Sie studierte Jura und schloss 2020 mit einem Master ab. Auf ihrem beruflichen Weg machte sie die Erfahrung, dass ihr Bedürfnis nach gesellschaftskritischer Auseinandersetzung in der juristischen Praxis nicht in dem Maße erfüllt wurde, wie sie es sich gewünscht hatte. Daraus entstand der Wunsch, den Geschichten, denen sie im Berufsalltag begegnete, eine Stimme und eine Bühne zu geben. Ihr Ziel ist ein Theater, das die menschliche Natur sichtbar macht und die gesellschaftlichen Strukturen hinterfragt, in denen wir leben. Im August 2025 schloss sie ihren Bachelor of Arts in Physical Theatre an der Accademia Dimitri ab. Ihr Abschlussprojekt Meˈdeːa zeigt sie gemeinsam mit Benjamin Koch, der sich derzeit im Abschlussjahr seines Studiums an der Accademia Dimitri befindet. Er ist am Fanfaluca Festival auch mit seinem eigenen Stück No reason to Panic vertreten.
*«nachgefragt» ist ein Vermittlungsangebot von fanfaluca. Gleich im Anschluss an die Vorstellung kommen Spieler:innen und Publikum am Aufführungsort zusammen, um Fragen, Feedback oder Lob anzubringen. Das Format dauert nur 15 Minuten und soll den Ball ins Rollen bringen, um sich auch noch nach Abschluss der Vorstellung über das Gesehene auszutauschen.
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